„Die anderen jagen die Bösen - wir kennzeichnen die Guten.“ Felix Nottensteiner, Gründer des Münchner Startups authorized.by fasst mit einem Satz zusammen, wie sein Unternehmen Marken und Händler im Kampf gegen unautorisierten Markenvertrieb und Plagiate im Web bekämpfen will. Der Diplom-Betriebswirt, der als Spross eines Familienunternehmens von Ofenbauern vor 10 Jahren selbst erfolgreich einen Online-Shop für Kamine aufbaute, machte damals die Erfahrung, dass es vor allem die Angst vor Plagiaten und Grauimporten ist, die Ofen- und Kaminhersteller den Online-Vertrieb nur zögerlich angehen ließen. 2016 verkaufte er daher seinen Online-Shop feuerdepot.de und beschloss, sich dem Kampf gegen Produktpiraterie und unautorisierten Markenvertrieb im Internet zu widmen.

Die Herausforderung ist groß, denn das Internet macht Produktpiraten ihr Geschäft leichter denn je: Über gehackte Produktionsdaten von Originalherstellern können sie Nachbauten mit hoher Detailgenauigkeit umsetzen. Und über soziale Medien wie Facebook, Instagram oder YouTube, über Fake-Shops im Internet oder über Marktplätze wie Amazon, eBay und Alibaba finden sich für die Plagiate dann die passenden Käufer. Entsprechend wächst das Angebot: Egal ob Chanel-Parfum, RayBan-Sonnenbrille, Louis-Vuitton-Handtasche oder Flugzeugersatzteil - im Grunde gibt es keine Produktkategorie mehr, in der Kunden neben dem Original nicht auch die billige Fälschung kaufen können. Und das Geschäft floriert: Laut eines OECD-Berichts verdreifachte sich der Handel mit gefälschten Markenprodukten innerhalb von zehn Jahren laut eines OECD-Berichts von 187 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 432 Milliarden Euro im Jahr 2015. Für das Jahr 2022 geht das OECD davon aus, dass sich das Marktvolumen auf 931 Milliarden erneut mehr als verdoppelt. 

Doch nicht nur Produktpiraten machen Markenherstellern das Leben im Zeitalter der Digitalisierung schwer. Auch bei Original-Markenware verlieren sie die Kontrolle über digitale Vertriebskanäle, wie erst jüngst das Beispiel Birkenstock zeigte. Obwohl der Sandalenhersteller die offizielle Belieferung an Amazon medienwirksam einstellte, verkauft Amazon nach wie vor Birkenstock-Sandalen in Eigenregie und in großer Stückzahl an seine Kunden. Die Beschaffung erfolgt über Dritthändler, die ihre Ware an den E-Commerce-Riesen verkaufen.

 

Maximale Verunsicherung beim Kunden

Der Kunde, der diese Birkenstock-Sandale online bestellen möchte, erkennt auf den ersten Blick nicht, ob er autorisierte Originalware kauft, bei Grauimporten zugreift oder gar Produktpiraten auf den Leim geht. Doch diese Sicherheitslücke will das Münchner Startup authorized.by jetzt schließen. Als erste Marken- und Branchen-unabhängige Autorisierungsplattform hat das Unternehmen einen neuen Standard entwickelt, mit dem Marken ihre offiziellen Handelspartner kennzeichnen können. So ergibt sich eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Marken, Händler und Kunden. Markenhersteller behalten die Kontrolle im digitalen Handel und stärken vertrauenswürdige Online-Shops. Online-Händler steigern ihre Glaubwürdigkeit und können so mehr Interessenten zu Käufern konvertieren. Und Kunden erhalten mehr Transparenz und Sicherheit beim Online-Einkauf.

Darüber hinaus hat das Startup um diese Kerndienstleistung herum ein Paket an Features und Lösungen entwickelt, das die Kunden und Nutzer bei Marketing, Datenanalyse und Vertrieb nachhaltig unterstützt.

Und so funktioniert die Lösung im Detail: Auf Shop-Ebene zeigt das Siegel "Authorized Partner" Verbrauchern an, für welche Marken ein Händler eine Vertriebslizenz hat. Auf der Produktdetailseite testiert das Siegel "Verified Original" optional, dass es sich bei dem angebotenen Produkt um Originalware handelt - und nicht um Fälschungen oder Grauimporte aus dubiosen Quellen. Alle Zertifikate werden bei jedem Seitenaufruf über eine API in Echtzeit verifiziert und sind somit fälschungssicher. Die Implementierung ist über ein Plugin mit wenigen Klicks abgeschlossen. Die Einbindung des Siegels ist für Händler und Marken kostenlos. Refinanziert werden soll die Autorisierungslösung künftig über Premium-Services wie Echtzeit-Produkt-Contentverwaltung, Marktforschung oder Marketing-Services.

Um eine schnelle Verbreitung des Siegels zu gewährleisten setzt Authorized.by stark auf Netzwerk-Effekte. Über die Plattform authorized.by können sich Marken und Online-Händler gegenseitig zur Nutzung einladen. Marken können per Mausklick ihre gesamte Händlerschaft zur Implementierung des Siegels einladen, Händler können Marken direkt über die Plattform anfragen.

Seit dem Go-Live Anfang 2018 haben sich bereits mehr als 60 Marken und rund 800 Online-Shops bei authorized.by registriert, darunter namhafte Brands wie Patek Philippe, VAUDE und NAPOLEON.

(Felix Nottensteiner, Gründer des Münchner Startups authorized.by)